
Zeitalter der Staunens
von David Heering
geplante Premiere am 30. April 2020 im Theater unterm Dach Berlin
wegen Ausbruch der Covid-Pandemie entfallen / Videoarbeit
Im Frühjahr 1879 findet der südfranzösische Postbote Ferdinand Cheval einen merkwürdig geformten Stein. Inspiriert von seinem Fund und den Motiven auf den Postkarten, die er täglich austeilt, beginnt er zu bauen. 33 Jahre lang baut er an seinem „Palais Idéal“. Der Palast wird zu seinem Lebenswerk, seinem Grabmal und seinem Vermächtnis.Ausgehend von dem Mythos, der den Postboten und sein Palais umgibt, stellen sich Regis¬seurin Charlotte Lorenz und Schau¬spielerin Anastasija Bräuninger in Zeitalter des Staunens Fragen nach Vermächt¬nis und Vergäng¬lichkeit. Was bleibt, wenn wir sterben? Ist es das Bedürfnis, sich selbst in die Ewigkeit einzu¬schreiben, dass Menschen dazu veranlasst Paläste zu bauen und Kriege zu führen? Im Text von David Heering wird klar: Letztendlich führt die Verheißung von Unsterb¬lichkeit in die Irre. Besucht eine Touristin heute den „Palais Idéal“, wird sie den Postboten dort nicht finden. Doch auf der Bühne verschiebt sich der Fokus, weg von der Obsession mit sich selbst und der Zukunft. Befreit vom Duktus der Beständigkeit macht sich das Team auf die Suche nach flüchtigen Momenten des Staunens im Spiel.
Es spielt
Anastasija Bräuniger
Konzepzt & Regie Charlotte Lorenz
Text David Heering
Bühne & Kostüm Josefin Kwon
Dramaturgie Mascha Lüttmann

